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Projekte

Sowohl das Studium der Architektur als auch das des Bauingenieurwesens ist, wenngleich mit unterschiedlicher Gewichtung, projektorientiert angelegt. Vorlesungen und Seminare der im Modell vereinigten Studiengänge und Studienrichtungen - Architektur und Städtebau, Konstruktiver Ingenieurbau / Bauproduktion und Bauwirtschaft - sind zeitlich und inhaltlich auf die Projektarbeit ausgerichtet.
Angehende Architekten und Bauingenieure werden während der ersten Semester in gemeinsamen Vorlesungen mit den Grundlagen ihrer Fächer vertraut gemacht. Von den Studierenden der drei Studienrichtungen sind drei Projekte während des Bachelor- und Masterstudiums zu bearbeiten. Im Regelfall arbeiten jeweils zwei bis drei Studierende aus je einer Disziplin an einer Projektaufgabe zusammen. Es werden dabei fachspezifische Einzelleistungen verlangt. Eine Überprüfung des Leistungsstandes findet durch Kolloquien statt, die Betreuung der Studierenden erfolgt regelmäßig in kleinen Korrekturgruppen durch Vertreter mehrerer Fachgebiete, dazu werden begleitende Veranstaltungen angeboten.

 

P1 - das erste Bachelorprojekt

Das erste Projekt wird im 4. Semester des Bachelorstudiums bearbeitet und steht unter Federführung des Lehrstuhls Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Tragkonstruktion. Typische Entwurfsobjekte sind Einfamilienhäuser oder kleine Wohnanlagen.
Ziel des ersten Projektes ist es, dass die Studierenden sich mit der Anwendung fachspezifischer Kenntnisse im komplexen Zusammenhang einer überschaubaren Aufgabe des Wohnungsbaus vertraut machen und diese Kenntnisse erweitern. Von diesem frühzeitigen Einstieg in die Planung – noch ehe in der Lehre das dafür erforderliche Instrumentarium vollständig vermittelt ist – ergeben sich folgende Vorteile für die Studierenden:

  • frühzeitiges Kennen lernen von gestalterischen, konstruktiven, funktionalen und ökonomischen Zusammenhängen und Abhängigkeiten in der Gebäudeplanung
  • rechtzeitiges Kennen lernen der Zusammenarbeit den verschiedenen Disziplinen
  • Motivation zum selbständigen Erwerben von Wissen und Fähigkeiten durch Anwendung an konkreten Planungsaufgaben, fachliche Aneignung durch exemplarisches Lernen
  • Erarbeitung einer gesamtheitlichen Lösung ohne Überbetonung gestalterischer Einzelaspekte.

 

 

P2 - das zweite Bachelorprojekt

Das zweite Projekt kann im 6. Semester des Bachelorstudiums beginnen. In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Betonbau und Lehrstuhl Stahlbau wird das P2 federführend vom Lehrstuhl für Entwerfen und Baukonstruktion durchgeführt. Die Studierenden üben wiederum in interdisziplinär besetzten Teams das Entwerfen und Konstruieren an einer Bauaufgabe (z.B. Sporthalle, Museum, Feuerwehrzentrum).
Wichtig sind unter anderem das aus der Interaktion resultierende Kennenlernen und die Artikulation der jeweiligen Probleme der Projektpartner, der aus diesem Bewusstsein entspringende gemeinsame Versuch der Lösungsfindung und damit die Erfahrung des Entwurfsprozesses als eine zielgerichtete und erfolgsorientierte fachliche Zusammenarbeit. Weiterhin werden während der Projektbearbeitung gelernt:

  • Methodik und Organisation des Entwurfsvorgangs (vom Städtebau bis zur Werkplanung)
  • Einhaltung von Zeitvorgaben, Abschluss Vorentwurf, Abschluss Entwurf, Abschluss Werkplanung
  • Präsentation der eigenen Arbeiten an öffentlichen Kolloquien vor einem größeren Publikum (Pläne, Modelle, Vortrag)

 

 

P3 - das Masterprojekt

Das dritte Projekt im 3. Semester des Masterstudiums wird mit dem Schwerpunkt Ingenieurbau bearbeitet. Dabei werden Aufgaben mit vergleichsweise eher geringer funktionaler Komplexität ausgewählt, um Tragwerksentwurf und Tragwerksauswahl nicht zu vielen Abhängigkeiten zu unterwerfen (z.B. Brücken, Flugzeughangar, Hochhäuser). Ziel ist, dass Bauingenieur und Architekt gemeinsam für die gestellte Bauaufgabe eine Lösung finden, die in ganzheitlicher, nämlich funktionaler, technischer, gestalterischer und wirtschaftlicher Hinsicht befriedigt. Die von den angehenden Bauingenieuren erarbeitete Tragwerkskonstruktion wird im Zusammenwirken mit der architektonischen Bearbeitung bewertet, wie auch die Durchbildung der Konstruktion unter Berücksichtigung von Fertigung und Montage.

Das P3 wird abwechselnd von den Lehrstühlen Betonbau und Stahlbau gemeinsam mit dem Lehrstuhl Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion, Lehrstuhl Baukonstruktion und Lehrstuhl Baubetrieb und Bauprozessmanagement organisiert und betreut.