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Lehre

Das Lehrgebiet Internationale Frühjahrsakademie vertritt die Studienrichtung Architektur und Städtebau in der Entwurfslehre im Rahmen unterschiedlicher Theorie- und Entwurfsseminare sowie in workshops und weiteren Veranstaltungsformen.

Entwurfsprozesse nachvollziehbar zu machen, den konzeptionellen Aspekt des Entwerfens zu vertiefen, das bewusste Setzen einer Idee und deren Logik als unabdingbare Voraussetzung eines jeden Entwurfs begreifbar zu machen und den typologischen Zusammenhang aufzuzeigen, sind primäre Ziele der Lehre.

Im Vordergrund der Ausbildung steht somit der konzeptionelle Aspekt des Entwerfens. Er beinhaltet gleichermaßen die Forderung nach Genauigkeit und Disziplin, nach analytischem Denken sowie nach Abstraktion. Er soll die Grundlage der Entwürfe bestimmen hinsichtlich präziser Proportion, konstruktiver Klarheit und, nicht zuletzt, in Bezug auf die angemessene Semantik der Gestaltung.

Dies gilt sowohl für die Konzeption eines städtischen Gefüges als auch eines architektonischen Raumes und ebenso für die Kohärenz von architektonischer Gestalt und der sie bedingenden Konstruktion.

Analytisches Denken ermöglicht den Umgang mit klaren, einfachen, in der Geschichte begründeten Bautypen. "Einfach" ist dabei nicht die Einfachheit rein zweckrational orientierter Gestaltung, auch nicht die Zurückhaltung einer bewussten, womöglich modischen Anspruchslosigkeit. Gemeint ist jene Einfachheit, die das Unnötige ausschließt, das Allgemeingültige aber herausschält und auf Grundphänomene reduziert. Erst die Fähigkeit, Archetypen als Urbilder "des Seienden" zu erkennen, ermöglicht das Strukturieren der Gedanken und somit eine Analyse der Entwurfsaufgabe. Folglich geht es nicht um die Verwendung der Typen im rezeptiven Sinne, sondern um den Typus als Anlass, somit darum, aus der genauen Kenntnis typologischer Zusammenhänge im Ganzen wie im Detail das Thema eines Entwurfs zu entwickeln.

Wenn wir Genauigkeit und Disziplin einfordern, berufen wir uns auf die Gesetzmäßigkeit geometrischer Ordnungen. Gleichwohl sprechen wir nicht über geometrische Ordnungen um ihrer selbst willen, sondern stets unter dem Gesichtspunkt, ästhetische Komplexität zu formulieren und zu ordnen, um auf diesem Weg der Zufälligkeit und Beliebigkeit zu entgehen. Wir lehren Tradition, indem wir auf Aspekte des arithmetischen, wissenschaftlichen Denkens im methodischen, also "handwerklichen" Sinne zurückgreifen. Wir reden nicht der Verwendung einer geometrischen Struktur als universeller architektonischer Sprache das Wort, nicht der einförmigen Anonymität vordergründiger Geometrie, sondern der feinsinnigen, mehrschichtigen Variante. Wie Sokrates würden wir sagen: "Was gibt es geheimnisvolleres als die Klarheit?" (Paul Valery)