Einführungsveranstaltung
und Anmeldung
04.04.2011 - 17:00 Uhr
GB I, Dorischer Saal
„Architektur ist der Übergang von der Erde zur Luft“
Es scheint gerade in jüngster Zeit, dass bei der Auseinandersetzung mit dem Typus Hochhaus keine gemeinsame architektonische Sprache gesprochen werden kann. Das in seinem Ursprung angedachte ‚Hohe Haus’ verkommt lediglich zum reinen Status Symbol, nur zur Selbstdarstellung designed.
Geschichtlich betrachtet waren es vorranging technische Errungenschaften des ausgehenden 19. Jahrhunderts, welche den Grundstein für den eigentlichen Hochhausbau und damit eine Lösung der sich immer mehr verdichteten Städte darstellte. Die sich hieraus ergebenden Potentiale wurden schnell erkannt und stellten die Architekten vor neue architektonische und stadtplanerische Aufgaben.
Anfänglich waren es einfache, qualitative Parameter wie Belichtung, Verschattung, Belüftung, also eher im Sinne einer ausreichenden Hygiene, die maßgeblich zur Kubatur und damit zum Typus Hochhaus beitrugen. Übergeordnet dazu entwickelten sich gänzlich neue Stadtvisionen, die sich weiterführenden soziologischen Themen der Stadt auseinandersetzten. Nennenswert sind hier zum Beispiel die Stadtutopien von Le Corbusier und Antonio Sant‘ Elia, denen immer eine übergeordnete Idee, ein Idealentwurf für das städtische Leben, zugrunde lag.
Die eigentliche Bauaufgabe für das ‚Hohe Haus’ hat sich bis heute grundsätzlich nicht geändert: Ein Haus zu bauen mit einer übergeordneten Idee, sprich eine angemessene konstruktive Materialisierung der simplen Idee des Wohnens und Arbeitens in die Vertikale, eingegliedert in den Kontext der europäischen Stadt. Hierbei gilt es dann die Gestalt aus den eigentlichen archetypischen, d.h. die aus der Konstruktion resultierenden Bauteile, wie die Ausbildung von Basis, Mittelteil und Abschluss eines Hauses zu bilden und die Wirkung mit dem angemessenen Umgang des Materials zu vervollkommnen.
Im Rahmen des Objektentwurfes befassen wir uns in diesem Semester mit diesem Typus ‚Hochhaus’ und versuchen dessen wesentliche und dauerhaft gültige Merkmale als Instrumentarium für den Entwurf herauszuarbeiten.
Aufgabe
Bei dem Projekt „Die III. Dimension“ beschäftigen wir uns in diesem Semester mit dem Entwurf für ein Hochhaus im innerstädtischen Kontext.
Als Vorübung soll anhand von Modellen verschiedene Entwurfsansätze, Proportionslehren und Grundkörper untersucht werden, um ein Gefühl für den Umgang mit Formen und Körpern in der dritten Dimension zu erlangen. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dann im Anschluss weiterentwickelt und auf eine realistische Planungsaufgabe transformiert werden.
Die eigentliche Aufgabe befasst sich dann mit der Bebauung eines innerstädtischen Grundstücks nord-östlich des Düsseldorfer Hauptbahnhofes. Es soll eine übergeordnete Entwurfsidee für den Standort entwickelt werden, welche die geplanten Funktionen Arbeiten und Wohnen miteinander angemessen verbindet oder zueinander in Beziehung setzt. Weiterhin soll bei der Bearbeitung des Entwurfs die typlogische Auseinandersetzung, so wie die architektonische Ausformulierung der gestaltbestimmenden Bauteile im Vordergrund stehen.
Ziel ist es einen Baukörper für diesen Ort zu entwickeln, der den „genius loci“ erfasst und somit einen weiteren Impuls für die Aufwertung des Quartiers darstellt. Außerdem soll mit einem durchdachten Konzept eine eigene These zu der Verschmelzung von Wohnen und Arbeiten im „Hohen Haus“ formuliert und darüber hinaus eine Aussage für eine zeitgemäße Wohn- und Arbeitswelt in der Stadt getroffen werden.
